Die Musik der Dixaners

Es war die Zeit der ersten Heimtonbandgeräte, z.B. Grundig TK 42 (vierspurig mit 3 Bandgeschwindigkeiten), TK 46 (noch besser: Stereo mit Hinterbandhall; wenn man diesen Effekt bei der Aufnahme nutzte wie die Dixaners, musste man leider auf Stereophonie verzichten).

Schon zu der Zeit, sie noch nicht “voll elektrifiziert” waren - Bassverstärker und Orgel fehlten -, nahmen sie im Wohnzimmer des Schlagzeugers ihre ersten Stücke auf. Wie die meisten Bands coverten sie die Titel ihrer Vorbilder, welche man entweder auf Platte besaß, von Freunden geliehen oder - dies war meistens der Fall - von Sendungen des BFBS oder (mit Mikrophon!) aus dem “Beat Club”, dem einzigen Live - Fernsehprogramm für Jugendliche, aufgenommen hatte.

Eine Eigenkomposition spielte die Band allerdings - um sich dem Publikum vorzustellen (so ähnlich wie “Manfred Mann” mit dem Stück “The One In The Middle”), und damit begann auch die Aufnahmesession im Wohnzimmer Dohle am 18. 9. 1965: “Meine Damen und Herren, die Dixaners begrüßen Sie mit ihrer Erkennungsmelodie...” Dem Bass hört man dabei nicht an, dass er an die Musiktruhe angeschlossen war; es hat dem Tonmöbel zum Glück nicht geschadet.

Probe im Materialraum

Als gegen Ende 1966 das “Haus in der Wahlfelder Kurve” im Rohbau stand, schien dies der ideale Aufnahmeort für die inzwischen neu eingeübte Stücke zu sein. Die künftige Küche wurde dazu für den 3. 12.  mit Bett- und anderen Decken einigermaßen schalltot gemacht. Die Nachbarschaft meldete - zum Glück, als fast alles “im Kasten” war, Protest wegen “Ruhe störenden Lärms” an. Nun ja, laut ist ein relativer Begriff. Vor dem Hintergrund der Schalleistung heutiger Verstärker war diese Beschwerde unbegründet.

Hier drei Schnappschüsse von der Session:

Heinz und Manfred Werner
Peter und Edgar

Ein Blick in die Setlist:

     All Or Nothing (The Small Faces)

Apache (The Shadows  

Barbara Ann (The Beach Boys)

Bald Headed Woman (The Kinks    

Dedicated Follower Of Fashion (The Kinks)    

Diddley Daddy (The Liverbirds)

   Dixaner-Erkennungsmelodie (eigenes Stück)

Early Bird (André Brasseur)    

Empty Heart (The Rolling Stones)

Everybody Loves A Lover (The Liverbirds)

     Friday On My Mind (The Easybeats)     

   Greensleeves (trad., Aufnahme der Dixaners)

Halbstark (The Yankees)

Hey Baby, laß den andern (The Yankees)

High Star (eigenes Stück)

I’m A Believer (The Monkees)

I'm A Hog For You, Baby (The Lords)

I’m Going Home (The Lords)

Jack The Ripper (Casey Johnes And The Governors)

Johnny B. Goode (Chuck Berry)     

Johnny Guitar (The Spotnicks)

Ju Ju Hand (Sam The Sham And The Pharaos)

Knock On Your Door (The Liverbirds)

Little Red Riding Hood (Sam The Sham And The Pharaos)      

Long Tall Shorty (The Kinks)        

Love Of My Life (The Rattles)

LSD (The Pretty Things)

Mashed Potatoes (The Rattles)

Ol’ Man River (The Spotnicks)

Peter Gunn (The Remo Four)  

Poor Boy (The Lords)    

Run For Your Life (The Beatles)      

Seven Daffodils (The Lords)    

Sunny Afternoon (The Kinks)    

The City Never Sleeps At Night (Nancy Sinatra)   

These Boots Are Made For Walking (Nancy Sinatra)

Tiger (The Yankees)

Too Much Monkey - Business (Chuck Berry)       Too much ...   Too much ...

Uncle Willy (The Crescendoes)

Under The Boardwalk (The Rolling Stones)        

Way Down Yonder In New Orleans (The Lords)

When I Come Home (The Spencer Davis Group)     

Wild Thing (The Troggs)

Winchester Cathedral (The New Vaudeville Band)    

Wishin' And Hopin' (The Lords)

Wooly Bully (Sam The Sham And The Pharaos)    

   Aufnahme der Dixaners                     Das Vorbild aus dem Fernsehen

Die Auswahl spiegelt den speziellen Bandgeschmack wider; sie besteht bei weitem nicht aus Nummer-Eins-Hits. Den größeren Teil der Stücke fand man bei den Bands der Nachbarschaft vergebens. Dies lag sicherlichl unter anderem daran, dass sie mehr oder andere als die drei üblichen Grundakkorde besaßen, die erst von der jeweiligen Aufnahme abgehört  werden wollten. Nun war es wohl das musikalische  Markenzeichen der DIXANERS, dass bei ihnen die Akkorde immer stimmten.

Wer die Zeit der Beatbands miterlebt hat, weiss, dass man die DIXANERS damit schon zu den besseren Gruppen der Umgebung zählen konnte.

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