Buh beim Beat

in der Siegburger Stadthalle

- Die “Lightnings” waren die gefeierte Ursache -

Am Samstag, dem 25. November 1967 fand um 16 Uhr in der Siegburger Stadthalle das erste und letzte Beatfestival statt.

Zum Abschluss für die Presse eine “Gruppen - Aufnahme” mit Earls, Lumberjacks, Suburban Group und Lightnings

Etwas Unerhörtes für die Siegburger Jugendszene war im Jahre 1967 die Ankündigung, dass in der Stadthalle, d e m Ort kultureller Veranstaltungen in der Kreisstadt schlechthin, ein Beatfestival mit Siegburger Bands über die Bühne gehen solle - für die „Lightnings“ als  Schulband des Jungengymnasiums eine klare Sache, daran teilzunehmen. Doch mit diesem Wunsch stießen sie auf unverhofften Widerstand des Veranstalters. Letztlich waren sie dann aber die umjubelten Stars des Konzerts, dessen Erfolg durch den im Vorfeld drohenden Skandal des Ausschlusses mit begründet war. Die Berichte der Lokalpresse über den Vorgang und das Konzert atmen jede Menge Zeitgeist.

Zurück zu den „Lightnings“: Die erste Schulband, welche das „Staatliche Jungengymnasium Siegburg“ (Anno - Gymnasiums) hatte, formierte sich in ihrer „Oberstufenbesetzung“ im Jahre 1967 und bestand (auf dem Bild unten v. l. n. r.) aus Lothar Stüsser (Bassgitarre), Otto Beatus (Saxophon), Horst Zolper (Schlagzeug), Edgar Zens (Orgel), Hannes Beuckmann (Gesang) - er stand als einziger schon im Berufsleben - und Manfred Bosse (Gitarre).

Die Lightnings am 17. 11. 1967 beim Oberstufenball im Troisdorfer Canisiushaus

Als ungewöhnliche Beatband, die auch Tanzmusiktitel spielte, hatten sich die Lightnings in der Umgebung schon einen guten Namen gemacht, so unter anderem an mehreren Wochenenden in der Tanzbierbar Pleiserhohn (September 1966), beim Karnevals- Maiball, Oktoberfest und Sylvesterball in Bonn-Dottendorf 1967 und bei den 4 (!) aufeinander folgenden Kirmesbällen im Dorfsaal von Vussem / Eifel (16. bis 19.09.1967). Zum Glück war es am Kirmesmontagmorgen niemandem der Lehrer aufgefallen, dass die Hälfte der Band im Unterricht fehlte, um dort den Frühball zu bestreiten.

Wie harmonisch die Band geklungen hat, ist zum Glück mit einer Tonaufnahme von 11 Stücken, die  sie am 20. Januar 1968 im Studio des Steyler Missionspriesterseminars St. Augustin machte, dokumentiert. Erstaunlich, dass trotz der relativ schmalen Besetzung mit nur einem Saxophon aktuelle Titel wie “When I’m Sixty Four” oder “Mustang Sally” überzeugten.

Aus Urheberrechtsgründen können sie hier nicht abgerufen werden, wohl aber ein paar zusammenmontierte Klangfetzen aus dem Lightnings - Übungskeller aus jener Zeit (am Ende: Lothars “Uh!” auf dem rechten Stereo-Kanal).

Trotz zahlreicher Auftritte seit Jahresbeginn (Jugendbälle in Lohmar und Niederkassel im Januar, Karnevalsbälle in Meindorf und Hangelar) hielt die Besetzung im Schatten des Abiturs, das auf 4 Mitglieder im Mai 1968 zukam, nicht mehr lange: Otto Beatus verließ mit dem 15. April (Beatball in Lohmar) die Gruppe, und bald danach suchte sie einen neuen Sänger.

Dieser fand sich schnell mit Theodorus Tan, der beim Jugendball im Saal Dreesen Eitorf am    14.08.1968 seinen Einstand gab. Die “Studentenbesetzung” als Fünfercombo, die weiterhin erfolgreich Beathits und Tanzschlager spielte, hielt bis zum 22. Januar 1972. Beim Bockerother Karnevalsball waren an diesem Tag Lothar Stüsser und Theodorus Tan zum letzten Mal dabei.

Seit den letzten Schultagen waren die 4 Instrumentalisten der Lightnings auch als Begleitcombo bei Jugendmessen der Troisdorfer “Swinging Prayers” unter Heinz-Josef Ossendorf und des Porz-Gremberhovener Jugendchors unter Norbert Neukamp regelmäßig aktiv. Mit letzterem konzertierten sie am 15. Oktober 1970 in Hazebrouck / Frankreich.

Einige Bilder machen diese Zeit wieder lebendig:

Gruppenbild um's Ludwig-Schlagzeug
Manfred und Lothar

Am 2. August 1969 als “Hochzeitsband” in Appeldoorn/Holland

Beatball in Bockeroth am 23.05.1971

Beatball in Bockeroth im Saal “Op de Hüh” am 23. Mai 1971

- Fortsetzung folgt -

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